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Wenn Werbung zum Boomerang wird

Nackte Beine am Rhein

Nackte Beine auf einem Dienstwagen sorgten in Mönchengladbach für ziemlichen Ärger. Eine Kaffeefirma hatte sich im Juni 2015 eine neue Firmenkutsche angeschafft, und diese, wie üblich, mit Werbung des Unternehmens versehen. Die allerdings hatte es in sich und kostete am Ende einen Mitarbeiter den Job.

Puffauto bringt Kaffee

Der Chef des Gladbacher Unternehmens hatte sich für eine besonders auffällige, vielleicht etwas peinliche Werbung entschieden, die zeigte nämlich den Innenraum des VW Kleintransporter, in dem sich nackte Frauenbeine mit roten hochhackigen Schuhen aus einem Berg von Kaffeebohnen erhoben. Die Aufschrift dazu: „Verführerisch lecker“. Diese laszive Werbung sorgte bei mindestens einem der Mitarbeiter für Unmut. Der Fahrer des Wagens weigerte sich mit dem „Puffauto“, wie er es bezeichnet herumzufahren. Tatsächlich ist diese Beschreibung gar nicht so weit hergeholt. Der in schwarz gehaltene Kleintransporter bekam zusätzlich tiefrote Felgen verpasst.

Fristlose Kündigung unverhältnismäßig

Die Reaktion des Geschäftsführers auf die Weigerung des Fahrers war eine fristlose Kündigung. Dagegen klagte der Mitarbeiter vor dem Arbeitsgericht und bekam recht. Das Gericht befand die fristlose Kündigung für unverhältnismäßig und erklärte sie für rechtswidrig. Verloren hat der besagte Mitarbeiter irgendwie trotzdem. Die Weigerung die peinliche Werbung durch die Welt zu fahren, kostet den Mann trotzdem seinen Job, allerdings erst zum Ende des Jahres. Eine ordentliche Kündigung zum 31. Dezember hält das Gericht für rechtens.

Es geht noch schlimmer

Peinliche Werbung kommt häufiger vor, dieses Beispiel zeigt, wie schnell man sich in gewollt auffälligen oder lustigen Werbebotschaften verrennen kann. Schlimmer geht es immer. So rügte der Werberat Mitte diesen Jahres einen Futtermittelhändler, der sein Dienstfahrzeug mit der Aufschrift „Frischfleisch gibt’s bei uns…für Pussy und Bello“ versah, und das direkt neben einer lediglich mit Unterwäsche bekleideten Schönheit. Diese peinliche Werbung war eindeutig zu viel des Guten. Wenn sie also über die nächste fahrbare Werbung nachdenken, überlegen sie lieber zweimal, wie diese Werbung wirkt. Denn peinliche Werbung kann sie ziemlich in die Negativschlagzeilen bringen.

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