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Hamburg fällt vom Olymp

Hansestädter stimmen gegen Olympia 2024

Seit gestern ist es amtlich: Die Olympischen Spiele 2024 und 2028 werden nicht in Hamburg stattfinden. Das entschieden die Bürger der Hansestadt mit einem Ergebnis von 51,6 Prozent für NEIN. Fast 650.000 Menschen gingen zur Abstimmung, damit lag die Beteiligung bei beinahe 50 Prozent. Die Reaktionen auf das Scheitern der Sportwerbung, die unter dem Motto Feuer und Flamme für Hamburg verbreitet wurde, sind unterschiedlich. Die Emotionen reichen von Schock bis zu Freudentaumel.

Für Sportdeutschland ein herber Tiefschlag

Hamburgs Oberbürgermeister Olaf Scholz gibt sich nach seiner Niederlage diplomatisch: „andere Entscheidung gewünscht, aber sie ist klar, und das Ergebnis ist zu akzeptieren“. Die Hamburger SPD unter Führung von Scholz hatte zusammen mit den Grünen die Olympiabewerbung angestrebt. Das Nein zu Olympia ist eine herbe Schlappe für den Hamburger Bürgermeister. Die Grüne Jugend hingegen feiert ihren Erfolg auf Twitter:“ Wir haben Olympia vernascht!“. „Danke nochmal an alle, die in den letzten Wochen für #nolympia gesprochen, Flyer verteilt und Menschen überzeugt haben!“. Auch andere Politiker hatten eine Meinung zur verpassten Olympia Gelegenheit. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble:“ Wir hätten alles daran getan, es finanziell zu stemmen. Der Bund hätte Hamburg unterstützt“. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), Alfons Hörmann sagte die Entscheidung sei für Sportdeutschland ein herber Tief- und Rückschlag.

Wie in einer eigenen Welt

Ganz so drastisch wie Herr Hörmann es formuliert hat, ist es dann doch nicht. Die Ablehnung für das Großprojekt kam trotz rosiger Vorhersagen nicht überraschend. Die Sportwerbung für Olympia ist in eine schwierige Zeit gefallen, vor allem für die deutsche Sportlandschaft. Beinahe täglich kommen irgendwelche Skandale an die Öffentlichkeit. Der Leichtathletik-Verband, der Radsportverband, die FIFA und jetzt auch noch der DFB. Die Sportwelt wird geradezu überschwemmt von korrupten, unfähigen und intransparenten Sportverbänden. Die Menschen haben das Vertrauen verloren, auch in den DOSB und das Internationale Olympische Komitee. Die Ablehnung für Olympia in Hamburg war die erste Quittung für die Sportverbände, die sich immer mehr wie in einer eigenen Welt verhalten, in der keine Gesetzte und kein moralischen Kodex existiert.

Warnung verstanden?

Und noch ein Grund mag eine Rolle spielen. Die deutschen Bürger haben kein Vertrauen mehr in Bauvorhaben, die in öffentlicher Hand liegen. Der BER, die Elbphilharmonie, Stuttgart 21, die Liste kann ewig weitergeführt werden. Großprojekte in Deutschland sind mit dem Makel behaftet, nie fertiggestellt zu werden. Auch darum, haben die Hamburger die Politik und den deutschen Sport abgestraft. Vielleicht wird diese Warnung verstanden, und Änderungen werden herbeigeführt. Die Sportwerbung für Olympia 2024 jedenfalls war ein Reinfall.

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