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Ukraine-Krise, Bürgerkrieg in Syrien, der Islamische Staat – Aber der Ölpreis sinkt

Ein Erklärungsversuch

Seit Monaten sinkt der für Öl, und damit der Preis für Benzin und Heizöl. Seit 2011 sackt der Preis des schwarzen Goldes konstant ab. Aber wieso? Brauchen wir nicht immer mehr Öl, weil Nationen wie China und Indien das Auto für sich entdecken? Wurde nicht immer gesagt, das Benzin wird bald knapp? Die Krisen dieser Welt werden auch nicht weniger: es ist keine Lösung der Ukraine- Krise in Sicht, der Bürgerkrieg in Syrien wird heftiger und der Islamische Staat breitet sich aus. Wieso sinkt trotzdem der Ölpreis? Die Antwort auf diese Frage besteht aus mehreren Punkten.

Fracking in den USA

Ein Grund für den fallenden Ölpreis sind die USA. Die Vereinigten Staaten nutzen seit einigen Jahren mithilfe der Umstrittenen Methode Fracking. Dadurch konnten die Amerikaner ihre Ölproduktion im Jahr 2013 um fast 14% steigern. Laut Experten könnte die USA in den nächsten Jahren Saudi-Arabien und Russland als größte Ölproduzenten ablösen. Durch die eigene Ölförderung sinkt der Importbedarf der USA für Öl drastisch. Es gibt sogar Stimmen, die prophezeien, dass die Vereinigten Staaten von Amerika demnächst Nettoexporteur für Öl werden könnten.

Russland setzt auf die falsche Karte

Zusätzlich schoss die Förderung in Russland in den letzten Jahren auf ein Rekordniveau. Putins Russland ist schon lange stark abhängig von der Ölproduktion, das bekommt die schwankende Supermacht jetzt zu spüren. Putin übernahm das Ruder Russland im Jahr 1999 und ist seitdem mal als Präsident, mal als Ministerpräsident für die Geschicke Russlands zuständig. Seit seinem Amtsantritt setzt, Wladimir Putin auf die Öl- und Schwerindustrie. Das rächt sich jetzt. Den geförderten Überschuss an Öl, den immer weniger Länder abnehmen wollen, überflutet den Markt.
Auch viele andere Ölförderstaaten machten diesen Fehler: trotz sinkender Ölnachfrage wurde die Produktion nicht zurückgefahren, sondern teilweise noch verstärkt. Zudem sinkt der Bedarf der Industrieländer an Öl seit 2005 stetig. Die Wirtschaft von Schwellen- und Entwicklungsländer wie in Afrika, China oder Südamerika wächst lange nicht so stark wie erwartet.

USA gegen Alle

Doch nicht nur die reine Marktwirtschaft drückt im Moment den Preis für Öl und Benzin. Auch die Politik mischt kräftig mit. Die USA nutzen seit Anfang 2015 ihre Ölreserven als Waffe gegen das bisherige Ölmonopol einiger Staaten. Washington will nach und nach acht Prozent seiner Ölreserven auf den Markt werfen. Das sind knapp 60 Million Barrel. Öffentlich erklärt die Regierung diesen Schritt mit der Sanierung des Haushalts. Tatsächlich aber können 60 Millionen Barrel Öl den Haushalt der USA nicht wirklich sanieren. Es herrscht ein Rohstoffkrieg. Die USA gegen Russland, die USA gegen Saudi-Arabien und die USA gegen Iran. Besonders Saudi-Arabien leidet unter dem Konflikt. Viele vermuten, dass die USA es besonders auf den Erzrivalen Russland abgesehen haben.

Allgemeine Akzeptanz für niedrigen Ölpreis

Die Erhöhung der Ölproduktion in den USA war seit mindestens drei Jahren für jeden absehbar. Trotzdem haben die OPEC Staaten und Russland ihre Ölförderung nochmals angekurbelt. Man könnte sagen, die Ölfördermächte haben eingesehen, dass der Ölpreis in nächster Zeit nicht mehr stark steigen wird. Die 100 Dollar Marke für ein Barrel wird nun gemeinhin akzeptiert. Unter diese 100 Dollar/Barrel Marke wird der Ölpreis allerdings nicht fallen. Nach unten ist der Preis abgesichert. Sinkt der Bedarf weiter, fahren die OPEC Länder die Produktion zurück.

Bleibt Öl so billig?

Aber bleibt das Benzin so billig? Ganz einfach: Nein. Irgendwann sind die Ölreserven dieses Planeten so gut wie erschöpft. Die richtige Frage ist also nicht ob der Ölpreis wieder steigt, sondern wann.

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